Haus St. Antonius
Grein a.d. Donau / Österreich
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Mag. Elisabeth Svoboda                                                                            alle Artikel         Startseite

Das Geschehen von Fatima  III  -  Der Zweite Weltkrieg

In diesem dritten Artikel über Fatima geht es um die Zeit des Zweiten Weltkrieges (Artikel Fatima I und Fatima II siehe diese Homepage).

Das "unbekannte Licht":

Im zweiten Geheimnis von Fatima heißt es: "Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann wißt, daß dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, daß Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird." 1)

Dieses Licht hat es tatsächlich gegeben - kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges:

Michael Hesemann schreibt in seinem Buch 2) (im folgenden "H"), S. 114:
"Am Abend des 25. Januar 1938 färbte sich der Himmel über Europa blutrot. In den großen Metropolen ... heulten die Sirenen, weil Bürger glaubten, ein Feuer sei ausgebrochen. (...) Zeitgenössische Berichte beschrieben das unheimliche, Unheil verheißende Zeichen am Himmel mit nicht weniger drastischen Begriffen als 'einem blutgetränkten Leichentuch ähnlich', 'Widerspiegelung eines gewaltigen Infernos', 'Himmlisches Höllenfeuer' ...".

Dieses Phänomen wurde später von der  Wissenschaft als "gigantische Aurora borealis ... , als Nordlicht von historischer Dimension" (H, S. 114) erklärt.

Gleich am nächsten Tag erklärte Lucia in einem Brief an ihren Bischof und an andere, daß dies das angekündigte "unbekannte Licht" war (H, S. 115).

Die Weihe Rußlands:

Im zweiten Geheimnis heißt es: " ... werde ich kommen, um die Weihe Rußlands an mein unbeflecktes Herz ... zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Rußland sich bekehren und es wird Friede sein. (...) ... am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Rußland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden." 1)

Nachdem später, am 13. Juni 1929, Lucia schließlich eine Vision hatte, in der die Muttergottes nun um diese Weihe bat, teilte sie dies dem Papst - Pius XI. - mit. Doch die Weihe erfolgte nicht (H, S. 110/111).

Im genannten Brief am Tag nach dem Nordlicht schreibt Lucia, nur die Sühnekommunion an den ersten Samstagen und die Weihe Rußlands könne die Katastrophe noch aufhalten. "Noch im Juni 1938 entschlossen sich die portugiesischen Bischöfe ... , in einer erneuten Petition an den Heiligen Vater die Weihe nicht nur Rußlands, sondern der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens zu erbitten. Sie erhielten nie eine Antwort aus Rom." (H, S. 115).

Es folgten weitere Appelle Lucias aufgrund göttlicher Eingebungen. Doch die Bedingungen für eine Verhinderung des Krieges wurden nicht erfüllt. Der Krieg brach aus.

"In einem Brief vom 21. Januar 1940 bat Schwester Lucia ihren Seelenführer ... , den Heiligen Stuhl erneut um die Vornahme der Weihe Rußlands zu ersuchen. Sie schreibt: 'Wenn dieser Akt (die Weihe Rußlands), durch den uns der Friede erteilt wird, nicht stattfindet, wird der Krieg erst dann aufhören, wenn das Blut, das von den Martyrern vergossen wird, genug sein wird, um die Göttliche Gerechtigkeit zu besänftigen' " 3), S. 129 (im folgenden "MH").

Am 22. Oktober 1940 hatte Lucia wieder eine Christus-Erscheinung, in der dieser ihr sagte: " (...) Seine Heiligkeit (der Papst, Anm.) wird eine Verkürzung dieser Tage der Heimsuchung erreichen, wenn er Meinem Wunsch nachkommt und den Akt der Weihe der ganzen Welt an das Unbefleckte Herz Mariens vollzieht, mit besonderer Erwähnung Rußlands." (H, S. 117).

Noch im Oktober bzw. Dezember 1940 teilte Lucia dies Papst Pius XII. in einem Brief mit. Erst zwei Jahre (!) später kam der Papst der Bitte nach. Am 31. Oktober 1942 vollzog Pius XII. die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens, allerdings ohne ausdrückliche Erwähnung Rußlands (H, S. 117 - 121).

Lucia äußerte sich zu dieser Weihe so: "Der Liebe Gott hat mir bereits seine Zufriedenheit über den Akt gezeigt, der, wenn auch unvollständig ... vorgenommen wurde. Er verspricht im Gegenzug, dem Krieg ein baldiges Ende zu setzen. Die Bekehrung Rußlands (aber) ist nicht für jetzt." (MH, S. 109).

Was geschah nun nach dieser Weihe?

Hesemann schreibt (S. 122): " ... tatsächlich nahm der Zweite Weltkrieg nach dem 31. Oktober 1942 eine plötzliche, unerwartete Wende, konnte der Vormarsch der Mächte des Bösen urplötzlich gestoppt werden. Am 3. November 1942 ... wurden die Deutschen bei El Alamein vernichtend geschlagen ..." .

"Von da an folgen für die Nationalsozialisten und ihre Verbündeten immer weitere Niederlagen an den zwei großen Fronten ... Die Kette der deutschen Siege war plötzlich beendet." (MH, S. 200).

Der britische Premierminister Winston Churchill "schrieb über die Schlacht bei El Alamein und die damit einsetzende Umkehr in der Kriegssituation: ' (...) Sie ist der Markstein der Schicksalswende.' 'Man kann fast sagen, wir haben vor El Alamein keinen einzigen Sieg und nachher keine einzige Niederlage mehr zu verzeichnen gehabt.' " (MH, S. 201).

Hesemann schreibt (S. 122): "Interessanterweise fallen einige wichtige Daten des Zweiten Weltkrieges, die allesamt für die Wende im Kriegsgeschehen stehen, mit marianischen Feiertagen zusammen:" Er macht sodann eine beeindruckende Auflistung.

Der Zweite Weltkrieg ist nun lange vorbei. Ist damit auch die Aktualität von Fatima vorbei?

Zu dieser Frage zunächst noch ein Rückblick:

Am 13. Mai 1931 hatten die portugiesischen Bischöfe eine Weihe Portugals an das Unbefleckte Herz Mariens gemacht (MH, S. 185). Später, am 2. Dezember 1940, schreibt Lucia in einem Brief an Papst Pius XII., der "Schutz Portugals im Zweiten Weltkrieg werde 'der Beweis der Gnaden sein, die Er den anderen Nationen gewähren würde, wenn sich diese ebenfalls wie Portugal dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht hätten.' " (MH, S. 187).

Dies ist gewiß auch eine Botschaft für unsere Gegenwart, für unsere Zukunft!

Weiters - die Aussage "Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren" und die "Zeit des Friedens" ist noch nicht verwirklicht. Die Weihe Rußlands in der erbetenen Form ist bis jetzt noch nicht erfolgt. 4)

Papst Benedikt XVI. sagte bei seinem Besuch in Fatima bei der Predigt am 13. Mai 2010: "Wer glaubt, daß die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich." (www.kath.net/news/59589).

In Medjugorje spricht die Muttergottes von noch ausständigen Ereignissen, wenn sie in der Botschaft vom 25.8.1991 sagt:
" (...) Satan ist stark und möchte die Pläne des Friedens und der Freude verwirren ... Deshalb rufe ich euch alle, liebe Kinder, daß ihr noch stärker betet und fastet. ... sodaß mit eurer Hilfe alles verwirklicht werde, was ich durch die Geheimnisse, die ich in Fatima begonnen habe, verwirklichen möchte. Ich rufe euch, liebe Kinder, daß ihr jetzt die Wichtigkeit meines Kommens und den Ernst der Situation begreift! Ich will alle Seelen retten und sie Gott darbringen. Deshalb beten wir, daß sich alles gänzlich verwirkliche, was ich begonnen habe ... "

Der frühere US-Präsident Ronald Reagan sagte 1985 bei einem Staatsbesuch in Portugal bei seiner Rede vor dem Parlament:
"Als ich Papst Johannes Paul II. im vergangenen Jahr in Alaska begegnet bin ... Ich habe gewagt, anzudeuten, daß das Vorbild von Männern wie ihm und die Gebete von einfachen Menschen auf der ganzen Welt, einfache Menschen wie die Hirtenkinder von Fatima, mehr Macht haben, als alle großen Armeen und Staatsmänner der Welt." (www.katholisches.info/2017/09/mehr). 5)


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1) Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre vom 26. Juni 2000 mit dem Titel "Die Botschaft von Fatima"

2) HESEMANN, Michael: Das letzte Geheimnis von Fatima. Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit. 1. Aufl. Rottenburg: Kopp Verlag, 2016.

3) MURA, Gérard R., HUBER, Martin A.: Fatima - Rom - Moskau. Durch die Weihe Russlands zum Triumph Mariens. 3. Aufl. Stuttgart: Sarto Verlag, 2010.

4) Für die Weihe Rußlands erbittet die Muttergottes eine ganz bestimmte Form der Durchführung. Gemäß Analyse der bisherigen Weihe-Akte in MH S. 103 - 132 ist die erbetene Form bei keinem davon vollständig gegeben. Man könnte fragen, ob Gott so kleinlich auf einer bestimmten Form besteht und warum die Weihe Rußlands von so großer Bedeutung sein soll, zumal nach dem Zerfall des Kommunismus.
Die Bedeutung und Tragweite der Weihe Rußlands allgemein und der ganz bestimmten Form der Durchführung wird bei genauerer politischer und theologischer Analyse erkennbar. Darauf kann hier nicht mehr eingegangen werden. Das Thema wird in dem Buch MH ausführlich behandelt.

5) Es soll noch darauf hingewiesen werden, daß sich in der angegebenen Literatur zum Thema "Fatima" noch einiges Bedeutendes, Unerwartetes, Überraschendes findet, das hier nicht mehr behandelt werden kann.

 

 

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