Haus St. Antonius
Grein a.d. Donau / Österreich
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Mag. Elisabeth Svoboda                                                                            alle Artikel         Startseite

Das Geschehen von Fatima  II

Zum Thema "Fatima" wurde in der letzten Ausgabe des "Wegbegleiters" von den drei Geheimnissen von Fatima geschrieben (siehe Homepage "Geistl. Impulse - Themen"). Wie angekündigt, folgen hier nun weitere Details über das Geschehen von Fatima.

Bereits im Jahr 1916 hatten die drei Kinder Lucia, Jacinta und Francisco drei Erscheinungen eines Engels. 1917 erfolgten dann die sechs Erscheinungen der Muttergottes, jeweils am 13. des Monats, von Mai bis Oktober, in der Cova da Iria, einem Landstück etwas außerhalb von Fatima, das damals ein Dorf war.

Es hatte sich herumgesprochen, daß die Muttergottes erscheint. So kamen zu den Erscheinungen tausende Menschen. Auch diese Menschen, nicht nur die Seherkinder, konnten dabei in einem gewissen Maß übernatürliche Dinge wahrnehmen. Es gab aber nicht nur Offenheit für die Ereignisse. Die Kinder mußten auch zahlreiche und schlimme Anfeindungen ertragen. Kurz vor der Erscheinung im August wurden sie vom örtlichen Bürgermeister/Kreisvorsteher dazu gedrängt, die bereits empfangenen Geheimnisse mitzuteilen. Es wurde ihnen gedroht, sie in siedendes Öl zu werfen, und für kurze Zeit wurden sie im Gefängnis eingesperrt und mußten in Todesangst ausharren. Sie gaben jedoch die Geheimnisse nicht preis. Durch dieses Ereignis wurde es ihnen auch unmöglich gemacht, sich am 13. August zum Erscheinungsort zu begeben. Die Muttergottes erschien ihnen später.

Für den 13. Oktober hatte die Muttergottes den Kindern einige Zeit vorher angekündigt, am Erscheinungsort ein Wunder zu wirken, damit die Menschen an die Erscheinungen glauben. Das war das berühmte Sonnenwunder:

Es waren etwa 50.000 bis 100.000 Personen anwesend, darunter auch Kritiker, Atheisten. Es gibt davon Fotos und Augenzeugenberichte. Es regnete vorher in Strömen. Dann hörte der Regen auf, und die Sonne kam zum Vorschein. Folgendes konnte sodann beobachtet werden: Die Sonne schien sich zu verändern, sie begann, sich zu drehen, zu tanzen: sie war wie ein flammendes Feuerrad; es war, als würde sie sich der Erde nähern, auf die Erde stürzen. Die ganze Landschaft und Personen wurden in verschiedene wechselnde Farben getaucht. Menschen schrien und weinten, fielen vor Betroffenheit auf die Knie. An den nächsten Tagen berichteten alle Zeitungen des Landes darüber.

Es gibt auch Berichte, daß Menschen in mehreren Kilometern Entfernung vom Erscheinungsort das Sonnenwunder gesehen haben.

Während des Sonnenwunders hatten die Kinder eine besondere Erscheinung: Die Heilige Familie - Maria, Josef, das Jesuskind - segnete die Welt mit dem Kreuzzeichen. Christus erschien und segnete die Menschen, und Maria erschien als Schmerzensmutter und als "Maria vom Berge Karmel".

Einige Tage nach dem Sonnenwunder veranstaltete die Freimaurerloge des nahegelegenen Ortes Santarem eine Spottprozession *. Der Pilgeransturm konnte durch diese Aktion jedoch nicht verhindert werden.

Was hat die Muttergottes bei den Erscheinungen außer den drei Geheimnissen noch gesagt?

Einmal sagte die Muttergottes: "Wollt ihr euch Gott anbieten, um alle Leiden zu ertragen, die Er euch schicken wird, zur Sühne für alle Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?"
Lucia: "Ja, wir wollen das."
Die Muttergottes: "Ihr werdet also viel leiden müssen, aber die Gnade Gottes wird eure Stärke sein."

"Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens!"

"Betet weiterhin jeden Tag den Rosenkranz zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen, denn nur sie allein kann es erreichen!"

"Betet, betet viel und bringt Opfer für die Sünder, denn viele Seelen kommen in die Hölle, weil sich niemand für sie Opfert und für sie betet."

Bei einer Erscheinung sagte die Muttergottes: "Wenn ihr den Rosenkranz betet, dann sagt nach jedem Gesetz: 'O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.' "
Das ist der sogenannte Fatimazusatz, der für die meisten Beter ein fixer Bestandteil des Rosenkranzgebetes geworden ist.

Einmal sagte Lucia bei einer Erscheinung zur Muttergottes: "Ich möchte Sie bitten, uns in den Himmel mitzunehmen."
Die Muttergottes: "Ja! Jacinta und Francisco werde ich bald holen. Du aber bleibst noch einige Zeit hier. Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben. Er möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen. Wer sie annimmt, dem verspreche ich das Heil, und diese Seelen werden von Gott geliebt wie Blumen, die von mir hingestellt sind, um Seinen Thron zu schmücken."

Jacinta und Francisco starben bald nach den Erscheinungen im Alter von 9 bzw. 10 Jahren an der Spanischen Grippe. Lucia trat ins Kloster ein, lebte noch lange und starb im Jahr 2005 im Alter von 97 Jahren.

Lucia hatte nach Beendigung der sechs Erscheinungen in Fatima im Laufe ihres Lebens einige weitere Visionen und Eingebungen, die sich auf den zweiten Weltkrieg bezogen. Ihre Mission ging weiter. Dazu soll schließlich doch noch ein dritter Teil zum Thema "Fatima" folgen.

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* HESEMANN, Michael: Das letzte Geheimnis von Fatima. Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit.
  1. Aufl. Rottenburg: Kopp Verlag, 2016, S. 82.

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